Bereitschaften der PdVP Berlin

Politische Situation in Berlin
Berlin war in vier Besatzungssektoren geteilt und diese wurden durch die jeweilige Militäradministration verwaltet.

Nach vollzogener Währungsreform erfolgt die Einrichtung einer Luftbrücke nach West-Berlin durch Westalliierte
„Entgegen ihrer ausdrücklichen Zusicherung an die SMAD vollzogen die Westmächte am 18. Juni (1948) in ihren Besatzungszonen eine seperate Währungsreform und übertrugen diese am 23. Juni auf die Westsektoren von Berlin. ...
Sie befahlen die vollständige Blockierung des Handels ihrer Sektoren mit der sowjetischen Besatzungszone und inszenierten mit riesigem Propagandaaufwand eine Luftbrücke zur Versorgung der angeblich vom Hunger bedrohten Westberliner. Sowjetische Lieferangebote wurden abgelehnt und der Bevölkerung untersagt, sich im Ostteil der Stadt zu versorgen. Trotz dieser faktischen Selbstblockade bezog ein großer Teil der Westberliner alles Lebensnotwendige aus dem demokratischen Sektor, da die Tagesleistung der Luftbrücke mit 3.000 – 4.000 Tonnen weit unter dem erforderlichen Bedarf  von 25.000 Tonnen blieb. ...“ [1]
Die Sowjetische Militäradministration reagierte daraufhin ebenfalls mit einer Währungsreform in ihrem Besatzungsgebiet.  Sie sperrte die Straßen- und Eisenbahnverbindungen aus den westlichen Besatzungszonen nach West-Berlin ab dem 24. Juni 1948. Diese wurde erst am 12. Mai 1949 beendet. [2]

Übernahme von Teilsouveränitätsrechten von der SMAD
„Am 30. November 1948 wählten Vertreter der im Demokratischen Block zusammengeschlossenen Parteien und Massenorganisationen einen neuen Magistrat für Berlin, an dessen Spitze Friedrich Ebert als Oberbürgermeister stand. ...
Die zur Spaltung des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes in Westberlin gebildete Unabhängige Gewerkschaftsopposition (UGO) organisierte, unterstützt von Westberliner und Militärpolizei, Stör- und Sabotageaktionen gegen die Berliner S-Bahn, nachdem es am 20. Mai 1949 nicht gelungen war, den Bahnbetrieb vermittels eines Streiks zum Erliegen zu bringen. ...“ [3]

Aufstellung
„Am 12. November 1949 übergab der sowjetische Militärkommandant die Verwaltungsfunktionen an den demokratischen Magistrat von Groß-Berlin. Gleichzeitig übernahmen die Staatsorgane der DDR die Kontrolle des zivilen Personen- und Güterverkehrs zwischen Westberlin und der BRD. Dazu wurde eine zentral geführte Grenzbereitschaft „Ring um Berlin“ geschaffen, deren Angehörige die an den Zugängen der Stadt eingerichteten Kontrollpunkte besetzten. Komplizierter war die Situation an der Sektorengrenze innerhalb Berlins. ...

Die zum Schutz der Volkswirtschaft und zur Abwehr von Provokationen unerläßlichen Kontrollmaßnahmen wurden der Berliner Polizei übertragen. Der zunächst praktizierte Einsatz von Schutzpolizisten an der Sektorengrenze erwies sich als unzweckmäßig, denn er bewirkte eine Starke Belastung der Polizeidienststellen, aus denen die dazu erforderlichen Kräfte abgezogen werden mußten. Unter Berücksichtigung der gesammelten Erfahrungen wurden daher ab 1951 die beiden VP-Bereitschaftskommandos des PdVP zu dieser Aufgabe herangezogen. Die im Januar 1950, zunächst mit anderer Struktur und Bezeichnung gebildeten, kaserniert untergebrachten Bereitschaftskommandos hatten sich bereits bei vielfältigen Einsätzen bewährt. Bisherige Höhepunkte der Dienstdurchführung waren Sicherungsaufgaben während des III. Parteitages der SED sowie des I. Deutschlandtreffens der Jugend. Im Juli 1950 hatten die Einheiten an einer Großaktion gegen Schieber und Spekulanten teilgenommen, ...“ [4]


[1] Historischer Abriß zum Aufbau und zur Entwicklung der Volkspolizei-Bereitschaften 1945-1985, Heinz Opitz, Günter Huthmann, Franz Fiebig, u.a.; Berlin 1988, MdI der DDR, S. 27
[2] Berliner Luftbrücke, Vgl.: http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Luftbr%C3%BCcke

[3] Historischer Abriß ..., S. 28
[4] Ebenda, S. 29